Es ist Zeit, Abschied zu nehmen. Es ist Zeit, alte Dinge loszulassen und neue Wege zu gehen. Wege, die ich bisher nicht oder nur aus Büchern kannte. Es ist Zeit für Transformation, für die Transformation meiner Präsentationstrainings.
Ein erster starker Impuls kam schon im August von Axel Rachow: Zum Treffen des BDVT hat Axel uns „Spiele im Training“ gezeigt. 90 Minuten für eindrucksvolle Impulse und Trainings-Ideen.
Für mich gehört Axel genau wie Barbara Messer zu den Meistern ihres Fachs, zu echten Vorbildern für Trainings. Und weil ich meine eigenen Trainings weiterentwickeln und trotz aller sehr guten Feedbacks noch besser machen möchte, war ich gerade mittendrin in vier denkwürdigen Tagen „Meisterklasse Transformationskunst“ mit Barbara und fünf weiteren Mitstreitern.
Es braucht keine Vorstellungsrunde, das „Ende am Anfang“ mit einem kurzen Rückblick lässt uns ins Nachdenken kommen: nicht konsumieren, sondern aktiv dazu beitragen, sich zu verändern ist ein ganz anderer Ansatz als die ewige Leier mit „Ich heiße …, bin von Beruf …, habe folgende Hobbies … und erwarte …“. Und noch besser kennengelernt haben wir uns alle in den Pausen, beim Frühstück und Abendessen (auch mit Karotten, siehe Barbara’s letztes Video), bei Spaziergängen und natürlich in der Zusammenarbeit.
Ob wir mir „Liebes Tagebuch“ oder „Am Tisch“ schreiben und teils auch unsere Text-Kreationen vorlesen: „Der Zauber dieser Methode liegt darin, dass durch die kleinen Geschichten oft große Themen sichtbar werden.“ Allein Barbara’s gerade erschienenes „Buch für ungewöhnliche Coachings, Trainings, Workshops und Seminare“ gibt uns schon eine Fülle an Ideen und Inspiration. Dass wir es nochmal intensiv live erleben, ist einzigartig.
In meinen künftigen Trainings werde ich vermehrt mit Requisiten arbeiten: Die Vernissage bringt Abwechslung und Kreativität. Zwar werde ich weiterhin mit PowerPoint arbeiten; die Vernissage ermöglicht viel direktere, kreative und persönliche Präsentationen mit Exponaten. Und ganz entgegen meiner bisherigen Annahme braucht es nicht unbedingt große Gegenstände zum Transportieren – ich fahre oft mit der Bahn zu Trainings, da bin ich also gern minimalistisch unterwegs.

Das nächste Highlight ist „Die TV-Show“: Mit ein wenig Vorbereitung können wir eigene Inhalte wie unser aktuelles Forschungsprojekt in einem ungewöhnlichen Format vermitteln. Da sehe ich etwa meinen Science Pitch in einem dreiminütigen Format für die Öffentlichkeit, oder ein kurzes Experten-Interview mit Außenschalte, wie wir es aus den Nachrichten kennen, oder auch ungewöhnliche Formate wie „Bitte melde dich!“ oder „Wer wird Millionär?“ Und das sind nur einige von unglaublich vielen Möglichkeiten, eine TV-Show nachzuspielen und somit die Bühnenpräsenz zu stärken, an Kompetenz für Präsentationen zu gewinnen und persönliches Storytelling einzubauen.
Apropos Storytelling: Ob ich die Heldenreise nochmal per PowerPoint präsentiere? Barbara untermalt die Heldenreise nach Joseph Campbell mit Text, Bildern, Gegenständen und einem Seil, das symbolisch für die „Schwelle“ ins Unbekannte steht. Dazu kommen stichwortartig etliche Beispiele aus der Praxis, oft mit Bezug auf die Themen der Anwesenden.
Was wir hier in der Praxis lernen und anwenden, hat natürlich auch einen theoretischen Unterbau, den wir zwischendurch immer wieder in einfach verdaulichen Happen präsentiert bekommen: Hier geht es um die Ebenen der Veränderung: besonders um unsere Identität, die gerade in Seminaren besondere Bedeutung gewinnt. Wir sprechen auch über unsere Lernbiografie und wichtige Learnings aus unserem Leben: Daraus entsteht eine Posterpräsentation, die wir innerhalb einer Stunde erarbeiten und anschließend präsentieren.
Eindrucksvoll ist auch die Arbeit mit der Maske: In schwarzer Kleidung von Kopf bis Fuß, ohne Ablenkung und nur mit einer Maske am Kopf, wirken Haltung und Blickkontakt noch viel eindrücklicher als in Alltags- oder Business-Kleidung.
Natürlich werde ich meine „Science out of the Blackbox“ weiter inszenieren; für den optimalen Durchblick in der Wissenschaft werde ich zusätzliche Requisiten einsetzen. Ich muss auch nicht alle Fragen der Teilnehmenden alleine beantworten: Hier sorgt die Übung „Der Sonnenkönig“ für mehr Interaktion, bindet alle Teilnehmenden aktiv ein und regt zum Mitdenken an: Alle Fragen werden stichwortartig oder in kurzen Sätzen notiert, gemischt und von einer Person vorgelesen. Zwei andere Teilnehmer beantworten diese, einer bleibt als „Sonnenkönig“ vorn und liest die nächste Frage vor.

Und was hat es nun mit der Beerdigung auf sich? Wir notieren unsere alten Glaubenssätze auf Papier, stellen diese der Gruppe vor, zerknüllen das Papier und werfen alle Glaubenssätze in einem symbolischen Akt in einen Karton. So können wir von ihnen loslassen und schaffen damit Platz für Neues. In unserem Setting gibt es sogar eine Zeremonie unter Trommelwirbel, in der wir die zerknüllten Zettel in den Feuerofen werfen und verbrennen.

Das waren vier intensive Tage, die mir noch sehr lange im Gedächtnis bleiben werden, die aber tatsächlich ihrem Namen der „Meisterklasse Transformation“ mehr als gerecht geworden sind. Das war viel mehr als nur Inhalte sachlich zu vermitteln. Ich selbst kann es kaum erwarten, meine nächsten Trainings vorzubereiten und durchzuführen und schrittweise bisherige Trainingsinhalte ganz anders als bisher zu vermitteln.
Mein besonderer Dank geht an Barbara Messer und natürlich an alle, die hieran so aktiv teilgenommen haben. Es war eine ganz besondere Zeit mit euch!
